Was beim Schlangenbiss zu tun ist


Erste Hilfe bei Giftattacke

Blick auf den Kopf einer Kreuzotter.
mauritius images / Owe Andersson / Alamy / Alamy Stock Photos

Nicht nur in exotischen Gefilden, auch bei uns in Deutschland kann man Giftschlangen begegnen. Kommt es beim Campen oder Wandern in der Natur zu einem Schlangenbiss, sollte man wissen, was zu tun ist.

Kreuzotter und Aspisviper

Zwei giftige Schlangenarten sind in Deutschland heimisch: Die am weitesten verbreitete Kreuzotter kommt vom norddeutschen Tiefland über die Mittelgebirge bis in die Alpen vor. Die seltenere Aspisviper findet sich dagegen nur im Südschwarzwald. Prinzipiell versuchen Schlangen eher, den Menschen zu meiden. Ein Biss erfolgt meist nur in Verteidigung, z.B. bei unvorsichtiger Annäherung oder versehentlichem Drauftreten.

Zum Glück sind schwerwiegende Folgen oder sogar der Tod bei europäischen Vipern selten. Neben den lokalen Schmerzen und Schwellungen an der Bissstelle kann es aber nach einem Kreuzotterbiss zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen kommen. Beißt die Aspisviper zu, sind neurologische Beschwerden wie eine Ptosis (hängendes Augenlid) oder eine Augenmuskellähmung möglich. Schocksymptome kommen ebenfalls vor, diese werden aber häufig nicht durch das Gift, sondern den psychischen Stress verursacht.

Bergen, beruhigen, Notruf absetzen

Kommt es zu einem Schlangenbiss, empfehlen Expert*innen folgende 6 Maßnahmen: 

  • Bissopfer bergen. Die gebissene Person sollte umgehend aus der Gefahrenzone entfernt werden. Wenn möglich, macht man mit dem Handy ein Foto von der Schlange. 
  • Bissopfer nicht allein lassen! Schlangenbisse führen bei den Betroffenen oft zu einer Panikreaktion. Die dadurch ausgelösten Stresssymptome können den giftigen Effekt des Toxins verstärken. Deshalb sollten die Opfer nicht allein gelassen und beruhigt werden.
  • In Schocklage lagern. Beine und Unterkörper werden dabei hochgelegt, Kopf und Oberkörper tief. Die Bissstelle soll markiert und überwacht werden. 
  • Gebissene Körperteil ruhigstellen. Günstig ist, Beine oder Arme zu schienen. Keinesfalls darf man die Körperregion abbinden: das führt dazu, dass das Gift sich in dieser Region ansammelt. Einschneiden und Aussaugen der Wunden ist ebenfalls verboten, da das den Helfer gefährdet. 
  • Armbänder, Uhren und Ringe entfernen, Gleiches gilt für abschnürende Kleidung. 
  • Notruf absetzen und die Giftnotrufzentrale informieren.

Antiserum nur selten nötig

In der Klinik wird die Betroffene meist mindestens drei, häufig auch vier Stunden überwacht. Bei Schmerzen kommen Schmerzmittel zum Einsatz, außerdem überprüft man den Tetanusschutz. In einigen Fällen verabreichen die Ärzt*innen auch ein Antiserum. Dies ist z. B. der Fall, wenn es zu neurologischen Symptomen oder zu Gerinnungsstörungen kommt. Gegen die Hauterscheinungen sind die Antisera allerdings wirkungslos.

Quelle: Medscape

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