Besser Herzdruckmassage als gar nichts


Scheu vor der Atemspende?
Besser Herzdruckmassage als gar nichts

Die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung ist für viele Laien problematisch, weil sie sich vor der Atemspende scheuen. Doch zur Not geht´s auch ohne Atemspende: Die Herzdruckmassage allein schneidet fast so gut ab wie die Standard-Wiederbelebung.

Deutsche Laien reanimieren selten

Auch wenn fast alle Erwachsenen es einmal im Erste-Hilfe-Kurs gelernt haben: Die Reanimation beim Herzstillstand, also die Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Beatmung, ist nicht jedermanns Sache. Vor allem die Atemspende empfinden viele Menschen als unangenehm oder unhygienisch, und manche haben auch – unberechtigterweise – Angst vor einer Infektion. Aufgrund dieser Scheu trauen sich viele, die Zeuge eines Herzstillstands werden, gar nicht erst an eine Reanimation heran. Das dürfte auch einer der Hauptgründe sein, warum in Deutschland die Zahl der Laienreanimationen so niedrig ist: Nur 30% der Patienten, die außerhalb einer Klinik einen Herzstillstand erleiden, werden vor Eintreffen einer Ambulanz von einem Laien reanimiert.

Früher erhielten auch in Schweden nur ca. 40% der Herzstillstandpatienten eine Laienreanimation. Im Jahr 2010 wurden jedoch die Regeln bezüglich der Atemspende 2010 gelockert. Seitdem trauen sich die Schweden häufiger an die Wiederbelebung: Zwei Drittel aller Patienten mit Herzstillstand werden schon vor Eintreffen der Notfallambulanz von Laien reanimiert. Inzwischen wird in Schweden fast jede zweite Laienreanimation ohne Atemspende durchgeführt.

Zur Not geht´s auch ohne Atemspende

Ob sich die fehlende Atemspende negativ auf die Überlebenschancen der Reanimierten auswirkt, haben schwedische Forscher jetzt anhand der Daten aller Herzstillstände und Reanimationen aus den Jahren 2000 bis 2017 überprüft. Verglichen wurde dabei die 30-Tages-Überlebenszeiten der Patienten. Wurde bis zum Eintreffen des Notarztes auf die Laienreanimation verzichtet, überlebte nur 7,1% der Patienten den Kreislaufstillstand. Führten die Laien wenigstens eine Herzdruckmassage durch, lag die 30-Tage-Überlebenszeit bei 14,3%. Reanimierten die Helfer bis zum Eintreffen des Notarztes mit Atemspende und Herzdruckmassage, erhöhte sich die Überlebenszeit auf 16,2%, berichten die Autoren. Damit hatten die Patienten ohne Atemspende fast die gleichen Überlebenschancen wie die mit kompletter Reanimation.

Die besten Chancen mit Atemspende plus Herzdruckmassage

Die besten Chancen haben Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn sie Atemspende plus Herzdruckmassage erhalten, das steht außer Frage. Die alleinige Herzmassage ist aber auf jeden Fall besser, als komplett auf eine Laienreanimation zu verzichten, schreiben die Autoren. Statt also im Notfall gar nichts zu tun, sollte der Laie zumindest eine Herzdruckmassage vornehmen. Wer die Atemspende beherrscht, sollte sie aber auf jeden Fall durchführen.

Quelle: DÄB

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